Labor Köhler
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DBU-Marmorprojekt begonnen

01.07.2011 16:32 (Kommentare: 0)

Restauratorische Beobachtungen der letzten Jahre weisen darauf hin, dass in den nächsten 20 Jahren zahlreiche umweltgeschädigte Marmorobjekte in einem kritischen Erhaltungszustand sein werden. Um über den Zeitpunkt und die Form nachhaltiger restauratorischen Erhaltungsmaßnahmen entscheiden zu können, ist eine Verbesserung der zerstörungsfreien Ultraschalldiagnostik notwendig, um auch geringe Zustandsveränderungen objektiv erfassen zu können.

Für das Arbeitsprogramm stehen sowohl bruchfrische, als auch verwitterte Proben unterschiedlicher Varietäten des Carrara-Marmors zur Verfügung. Anhand von mikroskopischen Dünnschliffen werden Zusammensetzung und Gefügeeigenschaften der Marmore als Basisparameter für die Vergleichbarkeit aller Untersuchungen bestimmt. Alle Proben und Objekte werden in allen Versuchsreihen mit Ultraschall vermessen, um die einzelnen Ergebnisse und Kennwerte mit Ultraschallgeschwindigkeiten korrelieren zu können. Der Fokus liegt dabei einerseits auf der Beschreibung des riss- und feuchtefreien „Nullzustandes“ und andererseits auf der Erarbeitung eines feuchteunabhängigen Bewertungsparameters, der den aktuellen Erhaltungszustand der Marmorskulpturen quantifiziert. Mathematische Modellierungen sollen diese Ergebnisse absichern. Der Einfluss der Feuchtigkeit auf die Untersuchungsergebnisse wird an einem geschädigten Marmorbauteil unter realen Bewitterungsbedingungen und an Prüfkörpern im Labor untersucht. Zusätzliche Informationen werden durch die Untersuchungen der Oberfläche und der Messung der Abwitterungsrate gewonnen. Es werden Skulpturen beurteilt und gemessen, die in den letzten Jahrzehnten unterschiedliche Erhaltungsmaßnahmen erfahren haben oder durch unterschiedliche Standortbedingungen in ihrem Verwitterungsverhalten beeinflusst wurden. Die Untersuchungsobjekte befinden sich primär in Potsdam (Westlicher Lustgarten im Park-Sanssouci). Die endgültige Alle Ergebnisse sollen in den „Leitfaden für Ultraschalluntersuchungen an Marmorskulpturen„ einfließen. Entsprechend des „Leitfadens für Ultraschalluntersuchungen an Marmorskulpturen“ werden die zwölf Marmorkopien des „Französischen Figurenrondells“ an der Großen Fontäne untersucht, um damit Ausgangswerte für ein Langzeitmonitoring dieser Skulpturen zu erhalten. Da die für die Kopien verwendeten Marmorrohblöcke in Carrara ebenfalls mit Ultraschall vermessen wurden, besteht damit erstmalig die Möglichkeit, den „Lebenszyklus“ dieser Figurengruppe über lange Jahre hinweg mit zerstörungsfreien Untersuchungen zu begleiten.

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